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Luchskuder Hotzenplotz ist tot

Am 17.03.2019 wurde der Luchskuder „Hotzenplotz“ tot im Steinwald aufgefunden. Der Tierkörper war stark abgemagert und zeigte äußerliche Verletzungen, die auf mögliche Bisswunden hindeuteten. Die routinemäßige radiologische Untersuchung zeigte jedoch röntgendichte Teilchen am oder im Körper, so dass ein Beschuss nicht ausgeschlossen werden konnte.
Die Polizei übernahm die Ermittlungen und beauftragte eine detaillierte forensische Untersuchung. Die nun vorliegenden Ergebnisse schließen einen Beschuss aus, bei den röntgendichten Strukturen handelt es sich um kleine Steinchen im Verdauungstrakt des Tieres. Hotzenplotz wurde offensichtlich von einem anderen Luchs so stark verletzt, dass er an den eitrig entzündenden Wunden einging – der Kadaver wog nur noch 9.5 kg.
Diese Nachricht ist für alle an der Wiederfreilassung beteiligten Personen sehr bitter. Hotzenplotz war im April 2018 im Steinwald wieder freigelassen worden, nachdem er im Herbst 2017 als offensichtlich mutterloser Jungluchs im Bayerischen Wald eingefangen und über den Winter wieder aufgepäppelt wurde. Bei der Wiederfreilassung wog der junge Kuder 14.5 kg. Im Sommer und Herbst wurde er – genauso wie die schon 2016 im Steinwald freigelassene Luchsin Fee – regelmäßig an Fotofallen im Gebiet zwischen Erbendorf und Pechbrunn, also dem eigentlichen Steinwald und dem Gebiet rund um den Teichelberg (gesamt etwa 10.000 Hektar) nachgewiesen. Auch die wöchentlichen Peilungen des mit einem leichten Senderhalsband ausgestatteten Hotzenplotz zeigten luchstypische Raumbewegungen.
Seit mindestens Mitte Oktober 2018 wurde noch ein dritter Luchs im Steinwald nachgewiesen. Zuerst im Zentrum des Steinwaldes, dann mehr und mehr auch im gesamten Gebiet zwischen Erbendorf und dem Teichelberg. Es handelt sich um ein großes, kaum geflecktes männliches Tier. Genetische Auswertungen von Haarproben zeigen ein eher noch unbekanntes Muster, sicherlich stammt das Tier nicht aus dem Harz oder Bayerischen Wald. Anders als der Ende 2016 im Gebiet erfasste halbzahme Luchs „Gustav“ verhält sich der neue Kuder unauffällig.
Offensichtlich als Reaktion auf die Anwesenheit des neuen großen Kuders „Ivan“ hatte sich Hotzenplotz seit Mitte November 2018 in das südliche Fichtelgebirge verschoben. Er war dort immer wieder rund um die Kösseine und Luisenburg nachgewiesen worden. Seit Anfang des Jahres konnte jedoch kein Sendesignal von Hotzenplotz mehr empfangen, obwohl er laut Fotofallenbelegen noch im südlichen Fichtelgebirge, aber auch ab und zu wieder im Steinwald unterwegs gewesen ist..
Um den Jahreswechsel muss es zu einer ersten massiven Auseinandersetzung zwischen den beiden Kudern gekommen sein. Das Sendehalsband zeigt starke Beschädigungen, die offensichtlich von Krallen und Bissen verursachte wurden. Wann Hotzenplotz jedoch so schwer verletzt wurde, dass er an den Folgen einging, können wir nur vermuten. Auf Fotofallenbildern Mitte Januar lässt sich die starke Abmagerung noch nicht ableiten.
Jetzt können wir nur hoffen, dass es zu einer Paarung zwischen Ivan und Fee gekommen ist und wir im Sommer Jungluchse nachweisen können.

LfU Bayern, Baron von Gemmingen-Hornberg

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